3 Jahre Selbständigkeit mit poule folle - ein Rückblick

Juli 31, 2016

Alles begann am 29. Juni 2013, als ich offiziell die Türen meines Ateliers für Letterpress & Design geöffnet habe, passend zum Heusteigviertelfest. Vier Monate haben wir davor renoviert, konzipiert und vorbereitet bis der große Stichtag endlich da war! Umso schöner war es, dass die Bude an dem Tag so voll war und viele Interessierte vorbeigekommen sind! Und jetzt ist das schon über drei Jahre her - ein Wahnsinn wie die Zeit vergeht!

Eröffnung poule folle, Letterpress & Design, Stuttgart, Heusteigviertelfest, Druckerei, Manufaktur Papeterie, Visitenkarten
poule folle, Eröffnung am 29. Juni 2013

Eröffnung poule folle, Letterpress & Design, Stuttgart, Heusteigviertelfest, Druckerei, Manufaktur Papeterie, Visitenkarten, Buchdruck

Bislang habe ich es in keinster Weise bereut meinem Instinkt zu folgen und mich mit Letterpress & Design selbständig zu machen und ich bin unendlich dankbar für all die Kunden, Freunde und Familie, die mich bislang unterstützt, mir vertraut und geholfen haben!
Was es bedeutet selbständig zu sein versteht man erst, wenn man es tatsächlich ist und alle Hoch- und Tiefpunkte mal durchlebt hat. Es ist gut, dass man die Selbständigkeit vorab komplett unterschätzt, sonst würde man es sich zweimal überlegen. Ich habe noch nie so viel gearbeitet wie in den letzten drei Jahren, musste noch nie meine Freunde und mein Privatleben so sehr vernachlässigen und hatte noch nie zuvor so wenig Zeit für mich selbst - vom finanziellen Aspekt abgesehen.
Ich habe aber auch noch nie so sehr meine Freiheit selbst über meine Arbeitszeit bestimmen zu können genossen und ich habe bislang noch nie so viel innerhalb von drei Jahren über mich, das Leben und das Business gelernt.
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Mein ehemaliges Atelier in der Weißenburgstraße

Papierprodukte, Handel, Grußkarten, Notizbuch, Postkarten, Anhänger, Geschenkideen

Klar, man gibt gewisse Sicherheiten auf und bekommt besonders am Anfang keinen monatlichen Festlohn und Feierabend gibt es auch nicht wirklich. In regelmäßigen Abständen werde ich gelobt wie mutig ich sei. Um ehrlich zu sein finde ich das gar nicht so mutig; wenn man etwas wirklich will und von seiner Idee und seinem Plan überzeugt ist, braucht man nicht wirklich Mut, sondern eher die Mittel, Kraft und Disziplin alles anzupacken. Und weil man sich eigentlich nur mit einer Sache selbständig machen sollte, wenn man für diese brennt, fällt es nicht wirklich schwer all das umzusetzen.
Rückblickend finde ich es immer wieder faszinierend wie sehr ich mich parallel zum beruflichen Aspekt auch persönlich weiterentwickelt habe. Als junge Geschäftsfrau wird man doch das ein oder andere Mal nicht ganz so ernst genommen wie man sollte. Verantwortung für sich und sein Business zu übernehmen ist für mich eine der schwierigsten Aufgaben (gewesen) und die Tatsache, dass es ok ist, dass man nicht perfekt ist und Fehler macht, weil man auch nur ein Mensch ist, musste ich auch erst lernen. Es gibt so viele Pflichten und Aufgaben im täglichen Geschäft, die man erfüllen muss, an die man am Anfang gar nicht denkt.
In den letzten drei Jahren ist wahnsinnig viel passiert. Ich habe viele Kunden schon mit ihrer persönlichen Papeterie glücklich machen dürfen, auch für Agenturen tolle Projekte umgesetzt und tolle neue Kontakte und Kollegen kennengelernt, auch Kunden, die zu Freunden geworden sind. Ich war in New York auf Geschäftsreise und habe den Ladyfingers auf der Stationery Show geholfen, ich habe selbst auf Messen ausgestellt, meine eigene Produktlinie entwickelt und gedruckt, die es mittlerweile im deutschen, österreichischen und schweizerischen Handel zu kaufen gibt. Über Letterpress und meinen Werdegang durfte ich Vorträge halten und sogar bei einer Studienorientierung im Wagenburggymnasium Rede und Antwort zum Thema Gründung und Selbständigkeit stellen. Auch in diversen Presseveröffentlichungen ist über poule folle geschrieben worden, ja sogar im Radio wurde ich interviewt! Ich habe zwei Praktikantinnen beschäftigt und seit kurzem auch eine Angestellte. Privat weiß ich, wer meine wahren Freunde sind und dass der Mann an meiner Seite immer hinter mir steht und hilft wann er kann - dafür bin ich unendlich dankbar, meiner ganzen Familie ganz zu schweigen. Das größte Highlight meiner Selbständigkeit war sicherlich der Umzug in ein größeres Studio im März diesen Jahres.

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Eindrücke des neuen Studios vor dem Einzug

Chandler & Price, Heidelberger Tiegel, Druckpressen, Fuhrpark, Werkzeug, Maschinen
poule folle hat Zuwachs bekommen, einen Heidelberger Tiegel
Nach monatelangem Suchen habe ich endlich Räume gefunden, die zu poule folle passen, Platz für zwei Pressen bieten (ja, Nachwuchs im Druckraum gab es auch), ein abgetrenntes Büro, in dem ich arbeiten und beraten kann ohne ständig Tische umstellen zu müssen. Es gibt genügend Platz für die Weiterverarbeitung und ein Lager für all meine Produkte - der absolute Wahnsinn, den ich ohne vorig genannte Erlebnisse und Ereignisse nicht umsetzen hätte können! Ich bin stolz auf die ersten drei Jahre und dankbar für all die tollen Erfahrungen, die mir erst jetzt im Rückblick so bewusst werden. Aus Fehlern und Erfolgen wird gelernt und ständig neues Wissen angeeignet um sich weiterentwickeln zu können und weiterhin zu wachsen, Schritt für Schritt.

Und wenn es irgendwann nicht mehr klappen sollte, dann habe ich immerhin mein Bestes gegeben und muss es dann nicht mehr bereuen es nicht wenigstens versucht zu haben!

Fotos:
Oliver Unrath Photography
Erika Martins
Julia Hofmann
poule folle

1 Kommentare

  1. Moin Celine,
    ein wunderbarer Beitrag, der mir aus der Seele spricht.
    Herzlichen Glückwunsch zum Dreijährigen.
    Liebe Grüße nach Stuttgart
    Sylke

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